2014 | 05 | 06

Die Yes Men bei der Eröffnung der MEDIA CONVENTION Berlin:

Das Duo wurden in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Medienhacks bekannt: Seit mehr als einem Jahrzehnt stellen The Yes Men die Funktion der Medien in unserem Leben in Frage. Mit ihren besonderen Aktionen spielen sie immer wieder mit unseren Erwartungen und erlernten Mustern. So tauchen sie als „offizielle Vertreter“ unter falschen Namen auf, übernehmen die Rolle von Konzernsprechern oder Regierungsvertretern oder überfallen und entfremden Internetseiten, Konferenzen und Fernsehstudios.

In ihrer Eröffnungs-Keynote stellten sie ihre jüngsten Projekte vor. So verschafften sie sich mit falschen Identitäten Zugang zu einer Veranstaltung des US-Heimatschutzministeriums, und überzeugten die anwesenden Politiker und Militärs zu einem gemeinsamen Indianertanz, um ihr Manifest für erneuerbare Energien zu feiern. "Identitätskorrektur" nennen die Yes Men diese Vorgehensweise.

Zudem warben sie für das Action Switchboard. Die Website soll eine gemeinsame Plattform sein, auf der Aktivisten ihre Ideen einreichen oder sich bestehenden Aktionen anschließen können – eine Art "Dating-Portal" für Aktivisten weltweit. Hinter dem Projekt steckt die Erfahrung der Yes Men, dass viele Protestaktionen bloß eine einmalige Angelegenheit sind: Es gibt zwar viel Presse und viel Lob, aber sie sind ebenso schnell wieder vergessen. Viel wichtiger sei es, dauerhaft Druck auf die jeweiligen Institutionen und Behörden auszuüben.

Das Action Switchboard soll deshalb Aktionen in sogenannten Themensilos sammeln und die Aktivisten und NGOs untereinander koordinieren. Es geht also um culture jamming für die Masse, ein indirekter Aufruf zum zivilen Ungehorsam in Form von Unterwanderung und Bloßstellens. "Wir müssen alles versuchen, was wir können", sagen die Yes Men zum Abschluss der Keynote.