Videoplattformen vs. TV - Die mabb auf der MEDIA CONVENTION Berlin

Mit der Frage, ob die Zeit von YouTube zu Ende geht, hat Medienwissenschaftler Bertram Gugel seine Keynote über das Kreuzfeuer geschlossen, dem die Videoplattform inzwischen ausgesetzt ist. Auch wenn Facebook, Vine, Snapchat, Vessel & Co. noch einige Hausaufgaben zu erledigen habe, so Gugel, sind sie eine ernstzunehmende Konkurrenz für YouTube. Im Anschluss sprach Christoph Krachten (Videodays) mit Philipp Steuer, Nela Lee und Alexender Giesecke über die Zutaten, die helfen, um auf YouTube erfolgreich Videos zu präsentieren. Einhellige Meinung, von Nela Lee auf den Punkt gebracht: "YouTube ist nur ein Spielbein, kein Standbein." - Nachwuchsstars sollen in jedem Fall die Schule zu Ende bringen und eine Ausbildung machen.

"User entscheiden nach Einfachheit", erklärte Philipp Sackl, Lead Designer bei Mozilla. Bei der Frage, wie sich Veränderungen der Standard-Einstellungen auf die Auffindbarkeit von Inhalten auswirken können, ist das eine wichtige Erkenntnis. Vier Prozent Marktanteil hatte Google verloren, als Firefox in den USA in der Standardsuche von Google zu Yahoo gewechselt hat, der größte Verlust seit 2009. Im Gespräch mit Dr. Marcus Dimpfel (Mediengruppe RTL) und Studio71-Geschäftsführer Ronald Horstman über die Zusammenarbeit etablierter Sender mit YouTube betonte Bertram Gugel noch einmal, wie wichtig es ist, dass auf der Plattform auch Themen stattfinden, die auf den ersten Blick keine große Reichweite haben, die eine Nische bedienen. Marcus Dimpfel erklärte, dass Fernsehen früher ein Medium war, heute einer der möglichen Screens ist. Dennoch sollten sich Strategien nicht nur auf YouTube konzentrieren, sondern auch andere Plattformen bedienen. Denn: Lineares Fernsehen ist nicht tot. Events und Erlebnisse werden auch in Zukunft linear konsumiert werden, egal über welchen Bildschirm, betont Ronald Horstman.