Nicht Crowd VERSUS Editor, sondern MIT!

Richard Porter von der BBC, Rowan Barnett von Twitter, Benjamin Ruth von VICE Media sowie Måns Adler, Gründer von Bambuser, sprachen bei "The Future of News - The Crowd vs. the Editor?" über die Vor- und Nachteile des Bürgerjournalismus.

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass es nicht um ein gegeneinander, sondern um ein miteinander in der Zukunft geht. "Die Journalisten und die ‚Crowd‘ arbeiten miteinander, ergänzen sich, profitieren voneinander. Das Wichtigste sei das Vertrauen der Zuschauer, Hörer und User, dass die Informationen richtig sind. (…)Deshalb verbringen unsere Redakteure sehr viel Zeit damit Informationen zu überprüfen. Also im Prinzip das, was Journalisten schon immer getan haben," so Richard Porter von BBC Global News.
Auch für Rowan Barnett, Deutschland-Chef von Twitter arbeiten die ‚Crowd‘ und die Journalisten nicht gegeneinander, sondern sie ergänzen sich. Für Journalisten sei es ein wichtiges Tool, um Informationen zu bekommen und Inhalte für Breaking News zu kreieren. "In den letzten Jahren waren viele Breaking News aus der ganzen Welt zuerst auf Twitter und wurden dann von den Journalisten aufgegriffen," so Barnett. Benjamin Ruth, Chef von VICE Media Deutschland betont ebenfalls den Informationsvorsprung, den Journalisten durch die News von Usern bekämen. "Durch die sozialen Netzwerke und Plattformen haben wir Millionen von neuen Mitarbeitern. Die Aufgabe der Journalisten ist es, die Informationen zu prüfen und in einen Kontext einzuordnen. Nur wenn wir das Gesehene und Gelesene in einen Kontext einordnen, entsteht ein Mehrwert."
 
Måns Adler, der mit seiner Firma Bambuser eine App geschaffen hat, die Video-Streams in Echtzeit ermöglicht, spricht von den Vorteilen, die auch große Medienunternehmen durch diese Form der News-Produktion hätten: "Die Kosten für journalistisch produzierte Filme gerade aus dem Ausland sind für die meisten Redaktionen zu hoch. Auf Grundlage des Materials der Crowd können sie weiterarbeiten." Das bestätigt auch Richard Barnett von Twitter "The crowd is everwhere. The media companies are not." Für Benjamin Ruth sind die sozialen Plattformen als ‚Feedback-Channel‘ ein entscheidender Vorteil, dass es kein Top-Down-Prozess mehr gebe, sondern einen aktiven Dialog zwischen Redaktion und Crowd. Darin liege die wahre Macht: "Building public opion. Creating what democracy is about. That´s the beauty of social media."