2014 | 05 | 06

Micro Talks: Apps, Games und Transmedia Made in Berlin-Brandenburg

Bei den Micro Talks wurden fünf Projekte vorgestellt, die vom Medienboard Berlin-Brandenburg wegen ihrer außergewöhnlichen Ideen in der Kategorie „Innovative audiovisuelle Inhalte“ gefördert wurden.

Berlin on Film
Die Location Scout App „Berlin on Film“ stellte Christoph Güttel vor. Mit der Applikation lässt sich Berlin direkt an den entsprechenden Locations anhand von Filmausschnitten erkunden. Die Filmclips können vorab heruntergeladen und auf dem Endgerät zwischengespeichert werden, so dass die mobile Datenverbindung nicht zu sehr beansprucht wird. Auch lassen sich die Routen nach Stadtvierteln oder Filmausschnitten filtern. Die kostenlose App ist sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch für Android und iOs verfügbar. Auf Grundlage einer White-Label-Techniklösung seien bereits Angebote für weitere Städte in Planung, so Güttel.

Jumo and Change
Im 2D „Jump and Change“ – Spiel Integrrrate steuert man den Protagonisten auf der Suche nach einer neuen Wohnung mit zwei Spielmechanismen. Auf Knopfdruck kann der Nutzer entweder die Farbe oder die Gestalt wechseln. Die Spielumgebung reagiert auf die entsprechende Farbe. Sebastian Stamm, Geschäftsführer von Black Pants Studio und Tobias Bilgeri, der das Spiel designt hat, zeigten die Entwicklung des Spiels von den ersten Entwürfen bis hin zum Status Quo.  „Nach dem Asset Test zeigt sich, dass die Übersicht eine entscheidende Rolle spielt, da das Spiel sehr dynamisch und schnell ist, “ so Sebastian Stamm. „Jetzt ist es viel übersichtlicher geworden.“ Sowohl der Inhalt als auch die dahinter stehenden Technologie wird vom Black Pants Studio unabhängig entwickelt. Vorerst soll das Indie-Game für Mac, Windows und Linux erscheinen, mittelfristig auch für Konsolen wie die PlayStation 4.

Milli
„Mit dem Spiel Milli werden crossmediale Erzählwelten geschaffen,“ so Maria Grau Stenzel, Produzentin bei den Honig Studios. Milli wird derzeit für Android und iOs auf Deutsch und Englisch entwickelt, es wird aber auch ein Verlag gesucht, der das entspreche Buch veröffentlichen möchte.  In dem umfangreichen Geschichtsuniversum für Kinder ab 3 Jahren begleitet man den Protagonisten, die Schnecke Milli, durch viele Abenteuer.  Stenzel betonte, dass Milli dem Trend folge, dass Spiele-Apps nicht nur für Erwachsene interessant seien, sondern der Markt für Kinderapps weiter wachse.


Melmao
Stephan Lethaus, stellte das Soziale Netzwerk Melmao – Echte Freunde, vor, welches speziell für die Anforderungen von Kindern und Jugendlichen von 8 bis 14 Jahren entwickelt wurde. „Die vielen unterschiedlichen Plattformen mit den ungefilterten Inhalten überfordern unsere Kinder, “ so Lethaus. Für das werbefreie Netzwerk müssen sich die Eltern für ihre Kinder registrieren, so dass sie als echte Personen identifiziert werden. Der Unterschied mit ähnlichen Netzwerken sei, dass die Freunde durch Verifizierung auch außerhalb der Plattform existieren und dadurch auch „echte Freunde“ seien.  Zudem können Eltern Regeln für das Benutzerkonto des Kindes festlegen. Über ein „Eltern Panel“ werden den Eltern die Aktivitäten des Kindes angezeigt, jedoch keine Inhalte. Das Netzwerk befindet sich seit März 2014 in der offenen Beta-Phase und man sei außerdem mit Schulen in Kontakt. Melmao läuft auf allen gängigen Webbrowsern und Endgeräten.


RLF – das richtige Leben im falschen
Das multidimensionale Projekt RLF – das richtige Leben im falschen stellten Anne Levy und Dr. Woitek Konzal, Junior Producer bei UFA LAB Berlin, in ihrer Präsentation vor. Das zunächst als Spiel gestartete Kunstprojekt kritisiert den Kapitalismus und aus Konsum wird Widerstand. „Mit Hilfe von Fiction haben wir die Diskussion in der Realität angeregt, “ so Konzal. „Jetzt darf sich jeder selbst fragen: Wo hört Realität auf und wo fängt Ficition an? Und letztendlich: Gibt es RLF wirklich?“


Moderiert wurden die Präsentationen von Ina Göhring und Esther Rohstegge, Förderreferentinnen des Medienboard Berlin-Brandenburg.