2016 | 04 | 14

Fokus #MCB16: Die Macht der Bilder – Zwischen Pressefreiheit und Menschenwürde

Bilder von Krieg, schwer verletzten Menschen und zerstörten Gebäuden gehören nicht erst seit den Auseinandersetzungen in Syrien zur täglichen medialen Berichterstattung. Indem die Presse das Ausmaß der unmenschlichen Taten, der Zerstörung, des Leids dokumentiert, kommt sie ihrer Informationsfunktion nach, stellt Öffentlichkeit her und trägt zur Meinungsbildung bei. Dabei ist sie durch die im Grundgesetz verankerte Pressefreiheit geschützt. Das gilt aber nicht grenzenlos. Eine Grenze ist die Menschenwürde. Sie ist Grundpfeiler der Verfassung. Konkretisiert wird sie durch den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV), der u.a. regelt, dass Menschen, die sterben oder erheblichen körperlichen und seelischen Leiden ausgesetzt sind, nicht ohne ein berechtigtes Interesse dargestellt werden sollen. 

Zwischen diesen beiden Prinzipien muss ein Ausgleich gefunden werden. Nicht selten stehen Medienmacher und Medienaufsicht dabei miteinander im Konflikt. Welcher Mittel der Berichterstattung darf sich die Presse bedienen? Wie wirken die Kriegsbilder auf Publikum, Opfer und Angehörige? Welche rechtlichen Grenzen müssen eingehalten werden? Auf der MCB16 diskutieren hierzu u.a. Julian Reichelt, Chefredakteur von Bild.de (li.), und Andreas Fischer, Vorsitzender der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM).