2014 | 05 | 06

Berlin Baby!

Über die Zukunft der coolsten Stadt der Welt sprachen bei "Berlin Baby! Visions for the Future of the Coolest City on Earth" Moderator und Produzent Klaas Heufer-Umlauf, RBB-Intendantin Dagmar Reim, Boris Wasmuth (GameDuell) und Björn Böhning mit Moderator Jo Schück (ZDF Aspekte).

Statements der Speaker zum Standort Berlin:

Dagmar Reim: "Berlin hat sich in den letzten zehn Jahren verändert. Es bestätigt sich das Sprichwort, dass Berlin nie ist, sondern wird. Offenheit ist größte Attraktion. Berlin profitiert von Austausch, es passiert ständig Neues. Der Berlin-Hype ist nicht vorbei, im Gegenteil: Berlin hat Hochkonjunktur: Flächen, Freiraum, günstige Mieten. Die Nachfrage ist hier zu leben und zu arbeiten ist groß.  Ein großer Vorteil von Berlin ist, dass es so vielfältig ist und keine Monokulturen entstehen. Berlin ist so groß, dass hier viele Valleys reinpassen."

Klaas Heufer-Umlauf: "An Berlin geht kein Weg mehr vorbei, wer in meinem Bereich arbeitet, hat hier den Dreh- und Angelpunkt. In Köln wäre ich nicht gerne. Da hat man das Gefühl, die haben da alle auch schon mal bei Sieben tage - Sieben köpfe gearbeitet. VIVA und MTV haben Becken leer gefischt. Inzwischen kommt gutes Fernsehen von hier. Leute in Berlin sind flexibler, arbeiten spontaner miteinander. Aber wichtig ist, dass die Leute professionell arbeiten. Wenn jeder kommt und herumdadddelt, kann daraus nichts werden. Das schöne neue Arbeitsleben mit flachen Hierarchien und kreativer Arbeitsatmosphäre funktioniert nicht, wenn jemand anfängt Internetcafe zu spielen. Disziplin, Stringenz, Zuverlässigkeit sind vonseiten der Medienschaffenden und Kreativen wichtig. Und seitens der Politik, sich mehr mit den wandelnen Arbeitsbedingungen in der Medien- und Kreativwirtschaft zu beschäftigen, z.B. Krankenversicherung für Freelancer."

Björn Böhning: "Von 250 Mio für Startups, die in ganz Deutschland investiert wurden, flossen 137 Mio nach Berlin - eine positive Ungleichverteilung für Berlin. Nachdem in den 90er Jahren der massive Abbau von Wirtschaftskraft in Berlin stattfand, ist ein Freiraum entstanden, aus dem sich vieles entwickeln konnte. Es gab keinen Stadtentwicklungsplan, sondern 'kommt her, probiert eure Ideen aus, wir geben euch Raum und tut einfach!'  - das war erfolgreich. Andere Weltstädte beneiden Berlin um die Flächen und den Freiraum, den es für Kreativität und für die Entwicklung von Unternehmen gibt. Wichtig ist, dass die Ideen in Berlin entstehen und entwickelt werden, dann auch hier bleiben und Arbeitsplätze schaffen .“

Boris Wasmuth: "Es ist wichtig, dass Berlin zum "Technologie-Hub" wird. Im Vergleich zum Silicon Valley sind wir hier schlecht aufgestellt, was die Tech-Fachkräfte angeht. Aber die Infrastruktur hier ist ungenügend um Hochqualifizierte anzulocken, zum Beispiel was Schulen oder andere Faktoren für die mitziehenden Familien angeht. Wir brauchen ein Ökosystem um Stars anzuziehen. Nach der Uni kommen alle gerne, aber es sollten auch Senior-Fachkräfte nach Berlin geholt werden, die ihr Wissen weitergeben. Der Lifestyle von Berlin ist sehr anziehend für Ausländer, die Vielfalt, Toleranz. Vor 10 Jahren war Berlin "nur" hip, jetzt professionalisiert es sich."