Digitaler Journalismus: Vom Innovationsgeist zur Aufbruchsstimmung

16.1517.15
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Eine Veranstaltung der re:publica

Vorgestellt werden in der Session zwei selbst durchgeführte Studien zum Digitalen Journalismus: Die erste Studie nimmt in den Blick, inwieweit sich der „Digitale Journalismus“ inzwischen professionalisiert hat, welche Rolle die Teilhabe des Publikums und die technische Automatisierung in den Redaktionen spielen. Um die Dynamik des Digitalen Journalismus praxisadäquat reflektieren zu können, wurden sechs empirische Untersuchungsbausteine eingesetzt, darunter eine quantitative Inhaltsanalyse partizipativer Formen und Formate im Digitalen Journalismus und eine qualitative Deskription der partizipativen Angebote auf ausgewählten journalistischen Websites, Leitfadengespräche mit Redaktionsverantwortlichen sowie eine Beobachtung von Arbeitsprozessen und Automatisierungstendenzen in Online-Redaktionen. Die Studie zeigt, warum die Partizipation des Publikums und der Digitale Journalismus im Idealfall ein Verhältnis gegenseitiger Stimulanz eingehen können, Beide Seiten profitieren, tendenziell verbessert sich die Kommunikationsökologie der Gesellschaft.

Die zweite Studie "Die Zeitungsmacher" gibt Auskunft über die Arbeitszufriedenheit, Veränderungsbereitschaft und Innovationsbedarfe von Printjournalisten. Insbesondere die Zeitungsbranche steht unter immensem Druck, die Pressevielfalt nimmt ab. Die anhaltenden Verwerfungen in den internationalen Pressemärkten haben zur Wahrnehmung einer lang anhaltenden „Zeitungskrise“ geführt. Empirische Daten zur Stimmungslage in dieser Umbruchsphase liegen bislang kaum vor. Um nun die tatsächlichen Bedingungen in deutschen Zeitungsredaktionen zu erforschen, wurde die zweite der beiden Studien umgesetzt: Erhoben wurde unter anderem Arbeitszufriedenheit, strukturelle Bedingungen für Innovationen und Veränderungsbereitschaft in den Redaktionen. Ziel: Eine fundierte Analyse der Auswirkungen des digitalen Strukturwandels auf die konkrete journalistische Arbeitssituation und die handwerklichen Perspektiven der Redaktionsarbeit. Der Untersuchungsansatz: Den Konflikt zwischen unternehmerischen Herausforderungen und den gestiegenen Ansprüchen an die redaktionelle Handlungsfähigkeit der Akteure auszuloten.Grundlage bildet eine repräsentative Redaktionsbefragung von Tageszeitungen in Deutschland.

Speaker

Dr. Leif Kramp, Forschungskoordinator, ZeMKI, Universität Bremen

Annika Sehl, Akademische Rätin auf Zeit, Technische Universität Dortmund

Prof. Dr. Stephan Weichert, Digital Thinker, Professor für Journalismus und Kommunikationswissenschaft

 

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