Die Abschaffung der Wahrheit

12.1513.15
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Eine Veranstaltung der re:publica

Ist das Netz nun eigentlich die Aufklärungsmaschine, auf die wir immer gehofft haben? Der Schoß, der die Wikipedia gebar? Oder aber ein Gruselkabinett voller Verschwörungstheorien, ein Paradies für Propaganda? Land of the Facts oder Home of the Trolls? Angesichts von Impfgegner-Wahnsinn, 50-Cent-Partei und „Lügenpresse“-Wutbürgern fragt man sich heute mehr denn je: Sind das nur ein paar Verwirrte? Oder gar Vorboten eines dunklen Zeitalter der Desinformation? Was sind das eigentlich für Leute? Welche globale Verschwörung steckt hinter ihren Verschwörungstheorien? Und wer sind eigentlich wir, die wir denken im Besitz der „Wahrheit“ zu sein? Gibt´s die überhaupt (noch)?

Fragen über Fragen. Die Antwort lautet wie immer: Jein. 

Um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, unternimmt der Vortrag eine Tour de Force durch die schlimmsten Spinnereien, die gefährlichsten Manipulationen, aber auch die tollsten Wahrheitslabore, die man online finden kann. Der Talk versucht zu erklären, was Lüge eigentlich ist und wie sie digital funktioniert (oder eben nicht). Inklusive einer oberflächlichen quantitativen Analyse der Pegida-Klage von der "Lügenpresse" und einem kleinen Exkurs zur vermeintlichen Fälschungssicherhheit von Bewegtbild.

Aber auch der Begriff der Wahrheit und seine Instrumentalisierung werden kritisch durchleuchtet: Was ist das, Wahrheit? Und wie geht es der alten Dame heute so?

Die wichtigste Frage ist aber, warum Menschen sich freiwillig aus jedem satisfaktionsfähigen Diskurs entfernen, und was man tun kann, damit sie nicht außer Reichweite geraten. Und natürlich, wer wirklich auf dem Mond war.

Speaker

Friedemann Karig, Autor, Moderator und Journalist

 

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